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Der letzte nüchterne Jedi

Es war ein mal vor langer Zeit in einem weit, weit entfernten Kaff....
Und an dieser Stelle setzt die Titelmelodie ein und die Vorgeschichte läuft in gelben Buchstaben über den Bildschrim:
,,Es herrscht Ausnahme Zustand! Die beste Freundin von MadJohn feiert ihr Jubiläum. Freunde aus der gesamten Republik versammeln sich an ihrem Geburtsort, weit hinter dem outer rim. Bepackt mit literweise Hochprozentigem scheint ein jeder auf seine Kosten zu kommen. Nur ein tapferer junger Jedi stellte sich der Herausforderung eines nüchternen Abends....
Der ein oder andere mag es vielleicht schon ahnen, doch für all die restlichen Ahnungslosen: Der Jedi war natürlich ich! Und ich spreche mit voller Absicht von einer Herausforderung nüchtern zu bleiben, denn bei all den Göttern an die ich nicht glaube, es war verdammt hart bei dem schreienden, betrunkenen Landvolk um mich herum nicht selbst zur Flasche zur greifen und das ganze erträglich zu trinken.
Ich weiß ja nicht wie es bei euch so aussieht, aber ich zumindest war noch nie nüchtern auf einer Dorfparty und es gehört nicht unbedingt zu den Erlebnissen die ich mit einem dicken Daumen nach oben weiter empfehlen würde.
Doch fangen wir am Anfang an. Wie oben schon erwähnt feierte meine beste Freundin ihren Geburtstag und ich zolle ihr an dieser Stelle meinen Respekt, da sie buchstäblich alles dafür getan hat, damit jeder ihrer Freunde mit dabei sein konnte. Was im Klartext hieß, dass sie ziemlich viel Auto fuhr, um jeden zu ihrer Location zu kutschieren.
Es war eine bewusste Entscheidung von mir nichts zu trinken und ich hatte schon eine leise Vorahnung was auf mich zu käme.
Ich gehörte zur letzten Fuhre gestandener Partyveteranen die sie mit der Karre ihrer Eltern zu ihrem Heim verschiffte und traf, endlich dort angekommen, auf eine lockere, etwas verrauchte Atmosphäre. Es war ungefähr 20 Uhr und der allgemeine Pegel war irgendwo zwischen nüchtern und mittelmäßig ein im Kahn. Ich parlierte prächtig mit einigen alten Haudegen aus meiner wilden Jugend und schloss hier und da eine neue Bekanntschaft, ganz so wie es bei solch einer Abendgesellschaft üblich ist, als plötzlich ein mir altbekannter Schlachtruf durch den Saal hallte. KUUUUURZEEE!
Rückblickend gesehen, war das der Zeitpunkt an dem der Wahnsinn seinen Anfang nahm, denn der Ausruf versprach nämlich jedem eine Sache: Ab jetzt wird gesoffen! Es war aus meiner nüchternen Perspektive erschreckend mit anzusehen, wie meine Freunde einen akuten Verfall durchlebten. Ich muss ,denke ich, niemanden den Ablauf eines Alkoholrausches erklären, aber da ich dieses mal kein Teil davon war, sprangen mir viele Kleinigkeiten ins Auge. In der einen Ecke sang ein Trio fröhlich vor sich hin, dort schwankte jemand schon im sitzen, ect.
Die mit Abstand schlimmste ( oder lustigste, kommt ganz auf dem Blickwinkel an) Zeit des Abends begann, als die halbe Partygesellschaft anfing irgendwelche Fußballphrasen zu skandieren und das in immer kürzeren Abständen. Und dann, ganz zu meinem Entsetzen, hatte irgendjemand ein Mikrophon ausgegraben und das ganze wurde noch eine Spur unangenehmer.
Es war alles wie ein Spiegel der einem vor das Gesicht gehalten wird und ich konnte nur denken: Fuck, siehst du sonst auch immer so scheisse aus wenn du trinkst? Bist auch du so asozial? Ich kannte die Antwort: Selbstverständlich war ich das!
Die Erlösung aus diesem Martyrium brachten mir schließlich meine Mitbewohner, die auch immer weniger Begeisterung an den Tag legten und endlich nachhause wollten. So riefen wir uns ein Taxi und verließen dieses freundliche Chaos.
Kaum zu glauben was Menschen tun, nur um für weniger verrückte Stunden den Alltag zu entfliehen. Ich blickte dem Elend einer nicht unüblichen Samstagnacht ins Antlitz und fand dort Erkenntnis. Die Erkenntnis das weniger manchmal mehr ist und das ich allmählich dieser ganzen Partyszene überdrüssig werde. Das Wort zum Sonntag.
Ich verbleibe wie immer mit unfreundlichen freundlichen Grüßen
MadJohn

P.S. Ich hätte noch mehr über überaus witzige Einzelheiten des Abends berichten könne, tat dies aber nicht, um niemanden in Verlegenheit zu bringen. Peace

20.3.16 17:22

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