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Abschied und Begrüßung: Ein Rückblick auf das Jahr 2016

Yoi tsuitachi wie der Japaner sagen würde. Viel zu lange habe ich nicht mehr an diesen Blog gedacht und vor allen Dingen: Viel zu lange habe ich hier nichts mehr geschrieben. Zeit das sich das ändert. Und genau darum geht es heute. Zeit. Das Jahr 2016 ist zu ende. Es fuhr wie ein Auto auf der Gegenfahrbahn an mir vorbei. Nur ein schemenhafter Schatten den ich erst auf der reflektierenden Oberfläche des Rückspiegels richtig in Augenschein nehmen konnte. Und eh ich mich versah, sitzt ich hier, verkatert und im Jahr 2017 allein gelassen, und ergötze mich an meinen nostalgischen Gefühlen, allerdings nicht ohne eine kleine Prise Selbstverachtung.
Wir Menschen neigen dazu ein Jahr an Hand des persönlichen Fortschritts zu bewerten. Würde ich das tun, wäre 2016 die Zeit für mich stehen geblieben. Es gab also leider kein Ereignis, das ich mit vor stolz geschwellter Brust irgendwelchen Konzern-Arschgeigen in meiner Vita präsentieren kann. Es gab Momente in denen ich die Hoffnung verlor, mit dem Schicksal haderte, mich fühlte wie der einsamste Mensch der Welt und im grenzenlosen Selbstmitleid zerfloss, aber nichtsdestotrotz war 2016 ein unglaublich schönes Jahr. Es brauchte lediglich etwas Distanz damit ich dies erkennen konnte.
Ich traf so viele neue Menschen, die nach und nach ein Teil meines Lebens wurden. Und ich glaube ich bin mit und an diesen Begegnungen gewachsen. Veränderungen fielen mir schon immer schwer, doch das Leben kennt nur eine Richtung. Es brauchte nur eine eigene Bude und einen ganzen Haufen Marihuana bis ich zu dieser Erkenntnis kam. Vor fast einem Jahr startete ich diesen Blog, doch wenn ich heute auf die alten Zeilen blicke, kommt es mir so vor als hätte ein Anderer sie geschrieben. Meine Wut und meine Verzweiflung gehören der Vergangenheit an. Das heißt aber auch, dass es keinen Grund mehr gibt ,,mad" zu sein. Dies wird also vorerst mein letzter Eintrag sein. Ich verabschiede mich von allen die dies lesen und wünsche euch nur das beste für das kommende Jahr.
in ewiger Liebe
John

P.S. Wisst ihr eigentlich warum Silvester am 31. Dezember ist? Im Mittelalter überlegten die Menschen an welchem Punkt das Jahr beginnen solle. Ostern war der größte Konkurrent des 31. Dezembers und wäre in einer christlichen Welt weit logischer gewesen. Warum also der 31. Dezember? Dazu muss man einen Blick auf die Herkunft Jesus Christus werfen. Jesus war gebürtiger Jude und wurde wie alle Juden beschnitten. Die Beschneidung eines Jungen wird genau sieben Tage nach seiner Geburt vollzogen. Wir feiern also jedes Jahr aufs neue Jesus Beschneidung. Mit diesem Wissen könnt ihr auf der nächsten Part glänzen.

2 Kommentare 1.1.17 20:57, kommentieren

Traumtänzer

Die blanke Zimmerdecke wirkt kalt und steril im Zwielicht des anbrechenden Tages. Wieder einmal eine schlaflose Nacht. Wieder einmal dunkle Augenringe für einen grauen Tag. Gedanken sind genau dann am schärfsten, wenn die Welt im trüben Morgennebel konturlos dahin wabert. Nur noch drei Stunden bis der Wecker den Alltag beschwört. Den verhassten Alltag. Der ewige Trott der so vielen Liebesgeschichten ein rasches und unerbittliches Ende bereitete, der einen Menschen aushöhlt und dennoch festigt. Eine harte Schale, ein hohles Konstrukt. Doch ist es wirklich hohl? In den tiefsten Stunden der Nacht hört man die Träume wieder hallen. Stimmenlose Geister die einen Geschichten von einem besseren Leben ins Ohr flüstern, tückisch und hoffnungsvoll und mit einer Klarheit von so glaubwürdiger Ausmaße, dass man dem Gespinst Gehör schenkt. Er kann sich ändern. Er wird sich ändern. Morgen ist der erste Tag eines ganz neuen Lebens. Nie wieder katzbuckeln, nie wieder Kompromisse. Ein Leben ganz ohne Reue und falschen Entscheidungen. Er malt sich seine Welt und kreiert nicht nur Luftschlösser,nein, er entwirft ganze Städte mit Villen und Parkanlagen, Wolkenkratzern und U-Bahntunneln, gebaut aus langgehegten Träumen mit guten Vorsätzen als Mörtel. Aber er wird müde während er durch die prachtvollen Alleen und gemütlichen Gassen schreitet. Die Augen werden schwerer und die Fassaden verschwimmen. Stille. Ein lautes Kreischen weckt ihn unsanft und er brauch einige Momente, um den Wecker verstummen zulassen, aber war da nicht irgendetwas? Die verwischte Erinnerung einer Stadt? Hmmm. Es wird schon nicht so wichtig gewesen sein....

16.8.16 06:57, kommentieren